Ein Hoch auf mein Netzwerk…

Mich fragen immer wieder Leute, wie ich das hinbekommen, 30 Stunden zu arbeiten und trotzdem alles irgenwie hinzubekommen mit Kindern, Haushalt und so…
Und da kann ich immer wieder nur sagen, ohne mein Netzwerk von Personen, die Betreuungszeiten übernehmen, damit ich meinen Job machen kann, würde es nicht funktionieren. Denn eigentlich kommt es jede Woche vor, dass ich entweder länger arbeiten muss, auf Dienstreise bin oder eines der Kinder krank ist…

Und an dieser Stelle möchte ich all meinen fleißigen Helfern mal danken:

An erster Stelle steht hier meine Mutter, die jede Woche zwei Tage bei uns ist. Sie holt mittwochs die Kinder aus dem Kindergarten und passt den ganzen Nachmittag auf sie auf, so dass ich an diesem Tag mal nicht den Stift fallen lassen muss. Dann übernachtet sie bei uns, weil sie ca. 60km entfernt wohnt, so dass wir theoretisch jede Woche einmal etwas ohne die Kinder unternehmen könnten… leider machen wir das viel zu selten… warum eingentlich? Weil wir abends einfach nur platt sind…? Egal, anderes Thema…
Dann bringt sie donnerstags die Kinder in den Kindergarten, sodass mein Mann und ich auch mal früher in die Arbeit gehen können. Und dann kommt der Hammer: während die Kinder Im Kindergarten sind, wäscht sie unsere Wäsche und macht Besorgungen und entlastet mich damit so ungemein, dass ich ihr am liebsten jede Woche Blumen schenken möchte… was ich natürlich auch ganz oft mache! Dann holt sie die Kinder mittags ab, macht Mittagessen und bringt sie in den Mittagskindi, von dem ich sie dann um 17 Uhr abhole. Meine Mama springt auch immer wieder ein, wenn eines der Kinder krank ist.
Aber das Tollste ist, dass meine Mama in Erziehungsfragen genau unsere Linie fährt. Mehr noch, sie inspiriert mich mit neuen Ideen und Vorschlägen und hat eine tolle Art, mit den Kindern umzugehen.

Als nächstes kommt unsere liebe Kinderfrau. Sie war zunächst „nur“ unsere Putzfrau und hat selbst zwei schon fast erwachsene Söhne. Seit ich geplant habe, wieder anzufangen zu arbeiten, war es mir wichtig, dass mich die Putzerei zu Hause nicht zu sehr stresst. Kann ich nur jeder Working Mum empfehlen. Es bleibt zwar immer noch genug zu tun, aber es ist ein beruhigendes Gefühl, dass wenigsten einmal die Woche alles gründlich sauber gemacht wird. Und da sie sich so gut mit den beiden Zwergen verstanden habe, habe ich sie gefragt, ob sie nicht einmal die Woche die beiden vom Kindergarten abholen will, ihnen Mittagessen kocht und sie dann wieder in den Nachmittagskindi bringt. Das hat von Anfang an prima geklappt und ich konnte somit vor eineinhalb Jahren meine Stunden von 20 auf 25 aufstocken.
Und unsere Kinderfrau springt auch immer mal wieder ein, wenn ich es an meinen kurzen Tagen mal nicht rechtzeitig nach Hause schaffe… das ist ungemein hilfreich für mich.

Unser Babysitter hat mal ein Praktikum bei meiner Tochter in der Krippe gemacht. Die beiden haben sich so gut verstanden, dass ich sie gefragt habe, ob sie nicht hin und wieder auf sie und ihren Bruder aufpassen möchte. Das nutze ich vor allem, wenn ich mal selbst einen Arzttermin habe oder an meinen „freien“ Nachmittagen eine Telefonkonferenz habe, bei der ich nicht gestört werden möchte. Sie ist noch Schülerin und freut sich, wenn sie sich etwas dazu verdienen kann.

Und zu guter Letzt kommt noch meine liebe Freundin Ute, die Mami von der besten Freundin meiner Tochter. Das ist eher ein Geben und Nehmen. Sie ist selbst eine Working Mum und schafft es auch nicht immer, rechtzeitig von der Arbeit zu kommen. Dann nehm ich mal ihre Tochter vom Kindergarten mit oder morgens früh mit hin. Oder sie nimmt meine beiden mal mit. Und das klappt alles so herrlich unkompliziert!

Es ist wirklich so: ohne dieses Netzwerk könnte ich meinen Job nicht machen. Es ist immer alles so knapp getaktet, dass jede Unregelmäßigkeit uns aus der Bahn werfen würde, wäre da nicht einer dieser kleinen Engel, der einspringt.
So kommt es auch, dass ich verhältnismäßig selten meine Kinder als Grund nennen muss, wenn ich einen Geschäftstermin absagen muss.

Zwar ist die Fremdbetreuung durch Kinderfrau oder Babysitter nicht ganz günstig – neulich hat mich eine Besprechung an meinem freien Nachmittag ganze 60 € gekostet – aber diese Investition ist es mir Wert. Denn so habe ich bessere Chancen, mich beruflich weiterzuentwickeln, was sich letztlich in meinem Gehalt widerspiegelt. Ich habe die Chance, den Beruf auszuüben, der mir Freude macht und zahle zu guter Letzt in meine Rentenkasse ein, was sich langfristig ebenso auszahlen wird.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, wieder zu arbeiten oder mehr zu arbeiten, dem kann ich nur raten, sich auch ein solches Netzwerk aufzubauen. Es erfüllt mich jedes Mal mit großer Dankbarkeit, wenn etwas außerplanmäßig läuft, und diese Engel mir mein Leben als Working Mum so viel einfacher machen! Und ich kann es ihnen gar nicht oft genug sagen…

Wichtig ist mir noch zu erwähnen, dass sich meine Kinder bei allen „Fremdbetreuern“ richtig wohl fühlen und ich nicht das Gefühl habe, dass sie in irgendeiner Weise darunter leiden. Jeden einzelnen Betreuer habe ich behutsam eingeführt und erst als ich mir sicher war, dass alles klappt, sind meine beiden allein bei ihnen geblieben. Sobald ich merken würde, dass etwas nicht mehr rund läuft, würde ich sofort versuchen, eine andere Lösung zu finden.
Hier sind sicher alle Kinder verschieben. Ich habe das große Glück, dass es bei meinen Kinder ganz hervorragend klappt!
Ich möchte meinen Kindern aber niemals das Gefühl geben, dass ich sie „abschiebe“, um meine Karrierepläne umzusetzen. Meine Kinder stehen bei mir immer an erster Stelle! Aber dieses Netzwerk macht es mir auch möglich, die Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringen, ganz oft als „Quality Time“ zu verbringen.

Herzlichst,
Eure Andrea

 

 

 

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2 Kommentare zu „Ein Hoch auf mein Netzwerk…

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