„Mit einer arbeitenden Mutter aufzuwachsen, macht unabhängig.“

Diesen Satz habe ich in einem Artikel bei bento gelesen. Und er hat mich zum Grübeln gebracht. Wäre ich ein anderer Mensch, wenn meine Mutter nicht berufstätig gewesen wäre?

 

Ich bin nämlich nicht nur berufstätige Mutter, ich bin auch die Tochter eine berufstätigen Mutter, die schon relativ früh wieder Vollzeit gearbeitet hat. Am Anfang – wir waren noch im Kindergarten – hat meine Oma auf uns aufgepasst. Später in der Schule waren wir nachmittags bei einem Kindermädchen bei einer befreundeten Familie. Ab der weiterführenden Schule waren wir nachmittags allein zu Hause.

Wie hat mich diese Zeit, in der meine Mutter unter der Woche nur am Abend für uns da war, geprägt? Und wäre mein Leben anders verlaufen, wenn sie als Hausfrau zu Hause geblieben wäre?
Diese Frage hat sich bei uns nie gestellt, denn sie war in einer ähnlichen Situation wie ich, nachdem die Kinder da waren: ihr ist die Decke auf den Kopf gefallen. Später war sie dann Allein erziehend und musste Arbeiten, sonst hätte es nicht gereicht.

Welche Faktoren sind es, die einen mit einer arbeitenden Mutter unabhängig werden lassen?

  • Man lernt Kochen, oder zumindest muss man es irgendwie schaffen, tagsüber nicht zu verhungern. Es sei denn man ich ganztags in Kita oder Schule.
  • Man ist selbst für die Gestaltung seines Alltags verantwortlich. Sei es, seine Hausaufgaben zu machen, sich mit Freunden zu verabreden, rechtzeitig im Sportverein zu sein oder den ganzen Nachmittag fern zu sehen…
  • Je weniger Zeit die Mutter für den Haushalt hat, umso mehr müssen auch die Kinder Aufgaben im Haushalt übernehmen.
  • Insgesamt muss man früh anfangen, eigene Entscheidungen treffen, weil niemand da ist, der sie einem abnimmt.

Ich kann nicht von Erfahrungen als Tochter einer Hausfrau berichten. Ich kann nicht beurteilen, was besser oder schlechter ist. Vielleicht wäre ich heute tatsächlich ein anderen Mensch. Vielleicht aber auch nicht.

Ich kann aber sagen, dass mir damals nichts gefehlt hat. Alles war normal, so wie es war. Und das gibt mir für meine heutige Situation ein gutes Gefühl, dass auch meinen Kindern nichts fehlt, nur weil die Mama nicht immer für sie da ist.

Und vielleicht werden sie auch zu unabhängigen Menschen, die zurückblicken und sagen: „Meine Mutter hat gearbeitet, und das war OK.“

Herzlichst,
Eure Andrea

 

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