Mama(-Jammer)-Modus

Kennt ihr den Mama-Modus bei euren Zwergen auch? Kaum komme ich am Nachmittag zur Tür herein, ändert sich die Stimmung meiner Kinder auf wundersame Weise. Durch die Tür höre ich sie noch lachen und vergnügt erzählen, und sobald sie mich erblicken beginnt das Jammern.

„Den ganzen Tag waren die beiden SUPER drauf! Aber sobald du da bist, ist die gute Stimmung dahin…!“ muss ich mir dann oft von der Oma anhören. Das hört sich fast an wie ein Vorwurf. Als ob ich etwas in der Erziehung falsch gemacht hätte. 

Wenn ich sie vom Kindergarten abhole, beginnt der Mama-Modus oft sobald sie im Auto sitzen. Die Stimmung wird unterirdisch und meine gerade noch so gute Laune verabschiedet sich auch in Sekundenschnelle.

Neulich ist es auch passiert, als ich von einem Wochenende bei einer Freundin zurück kam. Von Freitagabend bis Sonntagnachmittag war der Papa mit den beiden zu Hause. Der Schlüssel ist noch nicht aus dem Schloss, da hängt sich meine Tochter schon mit jammervollem Blick an mein Bein. Mein Sohn beginnt auch gleich zu zetern und ich möchte am liebsten gleich wieder kehrt machen. Mit ratlosem Blick schaut der Papa mich an: „Die zwei waren die liebsten Kinder der Welt. Bis gerade eben…“

Das ist so ungerecht! Ich habe mich so auf die beiden gefreut! Und dann so eine Begrüßung… grmpf…

Aber woran liegt es, dass Kinder sich ganz urplötzlich in Quengelmonster verwandeln, sobald sie die Mama sehen?
Ich habe echt schon an mir gezweifelt. Aber ich glaube die Erklärung gefunden zu haben.

So ein Kinderalltag  kann ganz schön anstrengend sein. Außerdem müssen sich Kinder den ganzen Tag an Regeln halten: Morgens muss es schnell gehen. In Kindergarten und Kita gibt es auch klare Regeln, an die sich die Kinder halten müssen. Auch bei der Oma gibt es Regeln. Das kostet Kraft. Irgendwo brauchen sie ein Ventil, um sich auch mal gehen lassen zu können. Wo, wenn nicht bei der Mama, könnte so ein Ventil sein?
Hier können sie auch mal Jammern, werden getröstet und aufgemuntert. Hier dürfen sie auch Schwächen zeigen. Das können sie bei den anderen Bezugspersonen natürlich auch, aber bei der Mama ist das wohl nochmal was anderes.

Und nachdem ich mir dies bewusst gemacht habe, kann ich mit diesen Situationen auch besser umgehen. Ich nehme die Zwerge erstmal auf den Schoss und lass sie jammern. Wenn ich es zulasse, dass sie sich „im sicheren Hafen“ auch mal gehen lassen dürfen, geht die Phase auch meistens schnell wieder vorbei. Schneller als wenn ich sie ermahne, sich zusammen zu reißen und doch bitte besser Laune zu haben, wenn ich nach Hause komme.

Klar hätte ich es lieber, wenn sie auch bei mir immer „die liebsten Kinder der Welt“ wären. Aber ich schätze das liegt auch in der Natur der Sache, dass sich die Kinder zu Hause die schlimmsten Launen leisten. Und seien wir mal ehrlich: es ist doch besser, sie zeigen sich zu Hause von der schlimmsten Seite, als woanders.

Herzlichst,
Eure Andrea (deren Zwerge gerade ausnahmsweise tatsächlich die liebsten Kinder der Welt sind :o)

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