Worst Case Scenario im Leben einer berufstätigen Mutter

Da haben wir es mal wieder, das Problem mit der Vereinbarkeit. Es ist alles kein Problem, solange alle kleinen Zahnrädchen im Getriebe des Alltags funktionieren. Fällt eines aus, ist das ganze System bedroht.

So geschehen diese Woche bei uns: die Kinderfrau hat gekündigt! Mein erster Gedanke: Ohhhhhh Neeeeeiiiiiiiinnnnnnnn!!!!!!
Was mach ich jetzt bloß? Wie soll ich so schnell dieses Rad im Getriebe ersetzen?
Bis jetzt hat mein Netzwerk wirklich hervorragend funktioniert, wie ihr hier nachlesen könnt. Jetzt bricht ein wesentlicher Bestandteil einfach weg. Von heute auf morgen. Hilfe!!!

Aber mal schön der Reihe nach: Unsere Kinderfrau hatte jede Woche einen Tag betreuungstechnisch abgedeckt. Jeden Dienstagmittag hat sie die Kinder vom Kindergarten abgeholt, ihnen zu Hause Mittagessen gekocht und sie dann zum Nachmittagskindergarten wieder hingebracht. Ich weiß, ziemlich Old School diese Öffnungszeiten. Da habe ich bei der Anmeldung damals in Elternzeit nicht weit genug gedacht, dass ich ja vielleicht wieder arbeiten gehen werde. Aber der Zug ist jetzt angefahren. Egal, der Dienstag war somit immer gut abgedeckt und ich konnte von morgens früh bis nachmittags um fünf arbeiten.
Außerdem ist die Kinderfrau auch immer mal eingesprungen, wenn Not an Mann war. Wenn ich an anderen Tagen mal länger arbeiten musste oder die Oma mal nicht konnte, wie zum Beispiel hier als sie einfach so in den Urlaub gefahren ist…

Sie war sehr flexibel in ihren Arbeitszeiten und hat mir immer mal wieder den Tag gerettet! Dankeschön an dieser Stelle! Jetzt hat sie allerdings eine neue Vollzeitanstellung bekommen, und ich freue mich auch sehr für sie, denn das war schon lange ihr Wunsch gewesen. Ich hoffe, dass sie viel Freude in ihrem neuen Job hat!

Aber zurück zu meinem Dilemma: bis ich einen adäquaten Ersatz gefunden habe, kann ich dienstags erstmal nur noch bis mittags arbeiten, muss die Kinder abholen, Essen kochen, sie wieder in den Kindergarten bringen und kann dann noch 2-3 Stunden im Home Office weiterarbeiten. Das bedeutet aber erstmal, dass ich viele Termine verlegen muss. Und mit welcher Begründung soll ich das machen? „Tut mir leid, meine Kinderfrau hat gekündigt, ich kann ab jetzt dienstagnachmittags nicht mehr.“? Da haben wir es wieder, das Klischee der unflexiblen Mütter im Job. Ich bin mir sicher, jeder wird dafür Verständnis haben, aber es fühlt sich trotzdem schlecht an.
Ich habe aber gar keine Alternative. Es ist so wie es ist. Wie die Kollegen darüber denken werden? Keine Ahnung. Mir wäre es aber lieber, sie hätten erst gar keinen Grund darüber nachzudenken.

Und was ich dann auch echt ungerecht finde, ist dass die Lösung dieses Dilemmas natürlich an mir hängt und nicht an meinem Mann! Ich bin die Working Mum. Ich habe das Problem, dass ich das meinem Chef erklären muss. Dass ich Termine verschieben muss. Dass ich vielleicht meine 30 Stunden pro Woche nicht schaffe. Ich muss mich darum kümmern, einen Ersatz für die Kinderfrau zu finden. Klar möchte er mich unterstützen. In der Theorie. Aber sein Job ist 80km weit weg. Er hat gerade erst die Probezeit hinter sich. Welche Möglichkeiten hat er denn? Keine.

In solchen Situation kann auch keine Regierung mit irgendwelchen Förderprogrammen für Berufstätige Eltern helfen. Da helfen mir keine Betriebskitas und keine finanzielle Unterstützung. Da muss ich ganz alleine durch.

So, das hat jetzt gut getan, das mal loszuwerden.
Ich habe heute schon die Erzieherin im Kindergarten gefragt, ob sie nicht jemand wüsste, der uns hier helfen kann. Sie hört sich mal um. Vielleicht hat eine der Auszubildenden im Kindergarten Lust, sich etwas dazu zu verdienen. Wir werden sehen.

Ach ja: Hatte ich erwähnt, dass unsere Kinderfrau auch unsere Putzfrau ist? Grmpf.

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4 Kommentare zu „Worst Case Scenario im Leben einer berufstätigen Mutter

  1. Oh, man … Ja, arbeiten mit Kindern ist immer so eine Sache. Ich bin echt froh, dass mein Arbeitgeber so flexibel ist, Dennoch war es dieses Jahr schon sehr übel. Meine Tochter war in den Wintermonaten wirklich ständig krank … Und ich irgendwann auch. Dauernd mussten Kollegen meine Projekte übernehmen oder beenden. Das ist einfach kein Spaß :((( Und ich hab nur ein Kind … Ja, diese Kita-Öffnungszeiten mit dem über Mittag abholen und nachher wieder hinbringen, sind mir auch angeboten worden. Das würde für mich gar nicht gehen. Da ich nicht im Ort arbeite. Zum Glück hatte ich hier auf dem Land die Wahl und konnte einen Kindergarten nehmen, der auch über Mittag betreut. Momentan ist meine Kleine noch bei ihrer Großtante untergebracht, die als Tagesmutter arbeitet und sehr flexibel ist. Den Luxus genieße ich jetzt noch 1,5 Jahre bis mein Mädchen 3 Jahre alt wird.
    Ich hoffe ihr findet schnell eine gute Lösung!
    Ganz liebe Grüße!!!

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