Midlife-Crisis???

Ich glaub, ich steuer direkt auf eine Midlife-Crisis zu!

Vielleicht liegt es daran, dass ich dieses Jahr noch die VIER und die NULL erreiche… Waaahhhh! Vielleicht macht man sich dann unausweichlich Gedanken, ob man sein Leben so weiterführen will, wie die Jahre zuvor. Oder ob man jetzt nicht nochmal etwas ändert in seinem Leben. Denn wenn man es jetzt nicht tut, dann ist es vielleicht irgendwann zu spät?!

Eigentlich sollte ich mit meinem Leben total zufrieden sein: Ich habe einen wundervollen Ehemann und wir haben eine sehr glückliche Ehe. Ich habe zwei wunderbare Kinder, die mich jeden Tag aufs Neue mit Glück erfüllen. Und wir alle sind gesund.

Wir leben seit gut vier Jahren in einer beschaulichen Kleinstadt, in einer Wohnung mit großem Garten. In einem Wohngebiet, das für die Kinder ideal ist. Sie haben viele Freunde hier und die Nachbarschaft ist toll.

Trotzdem ist es nicht das, was ich will. Ich will was anderes. Ich will vor allem mehr Möglichkeiten und Vielfalt in meinem Leben.

Und ich glaube ich weiß auch, was sich verändern muss. Ich muss wieder in die Stadt! Mein Leben lang habe ich – bis auf wenige Ausnahmen – in der Stadt gelebt: Hannover, Stuttgart, München, Frankfurt. Mir fehlt das STADTLEBEN. Ich brauche den Trubel und vor allem die Möglichkeiten, die die Stadt bietet.

Ich möchte mich spontan mit Freunden tagsüber in Cafés und abends in Kneipen und Restaurants treffen. Und ich möchte eine Menge Gastronomie zur Auswahl haben und die kulinarische Abwechslung genießen. Ich möchte durch die Straßen laufen und neue, kleine Läden entdecken. Ich möchte wieder Yoga machen in einem Yogastudio. Ich möchte ins Theater, ins Kino, ins Konzert gehen können. Ich möchte auf dem Markt einkaufen. Ich möchte neue Leute kennen lernen, die die Stadt auch lieben und die Urbanität genießen. Ich möchte alles mit dem Fahrrad erreichen können.
In der Stadt gibt es so viel mehr Möglichkeiten!

Wenn ich auf Facebook lese, wo sich meine Freunde so rumtreiben, in welch coolen Locations sie essen gehen… dann packt mich der schiere Neid!

Würde ich die Kleinstadt vermissen? Möglicherweise. Vor allem für die Kinder ist es hier natürlich toll. Sie können in unserem Wohngebiet unbeaufsichtigt herum laufen, Freunde treffen, auf der Straße spielen…
Wir haben hier auch viele sehr nette Menschen kennen gelernt. Wir haben Freunde gefunden. Die würde ich selbstverständlich vermissen.

Aber sonst?

Ich bin nicht der Typ für „Jeder kennt Jeden“. Ich bin auch nicht in Vereinen und brauche das Vereinsleben nicht.
Mich nervt es, für fast alles ins Auto steigen zu müssen, um es zu besorgen. Sich zu überlegen, wo man abends zum Essen hinfährt, weil vor Ort die Möglichkeiten so begrenzt sind. Um dann doch zu Hause zu bleiben…

Also auf zu neuen Ufern!

Mein Mann hat ja schon letztes Jahr eine neue Stelle in einer größeren Stadt angefangen und pendelt seitdem. Jeden Tag eine Stunde hin und eine Stunde zurück. Warum also nicht dorthin ziehen?
Also durchforsten wir die ganzen Immodingens dieser Welt, aber eine Wohnung, wie wir sie uns vorstellen, ist nicht so leicht zu finden. Was meine Unzufriedenheit nicht unbedingt lindert. Zuerst dachte ich mir, naja, ist vielleicht nicht so schlimm. Dann haben die Kinder ihr schönes Umfeld hier noch etwas länger… Aber je länger die Suche dauert, umso mehr denke ich, das klappt NIE! Und umso größer wird meine Panik…

Gestern dachte ich das erste Mal, verdammt, klingt sehr nach Midlife-Crisis…

Und wenn ich nicht bald etwas ändere in meinem Leben, dann wird vielleicht tatsächlich eine ausgewachsene Krise daraus.
Im Kleinen habe ich mit den Veränderungen ja auch schon begonnen: das Bloggen ist etwas, das mir persönlich unglaublich gut tut. Es ist ein völlig neues Feld, in dem ich mich bewege und es erfüllt mich mit dem Gefühl, etwas Schöne und Neues FÜR MICH zu tun. Und die positive Resonanz, die ich erhalte, streichelt meine derzeit geschundene Seele.

Natürlich frage ich mich, wie es meinen Kindern in der Stadt gehen wird und wie sie die Veränderung erleben und verarbeiten werden. Aber für glückliche Kinder braucht es auch glückliche Eltern. Und hier werde ich ganz bestimmt nicht glücklich…

Ich blicke also voller Vorfreude in die Zukunft! Dass ich Stadtmensch wieder in die Stadt komme!

 

 

 

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3 Kommentare zu „Midlife-Crisis???

  1. Liebe Andrea, ein toller Text ! Ich kann Deine Gedanken absolut nachvollziehen. Ich bin auf dem Dorf groß geworden, so richtig Dorf: ein Bäcker, ein Metzger, ne Apotheke und 5 Bauernhöfe. Vor 8 Jahren bin ich in die Stadt gezogen – und ich liebe es ! Wie Du sagst – das Dorf ist ab 17:30 Uhr tot. In der Stadt hat man einfach unglaublich viele Möglichkeiten… Wir haben 2 Jahre (!) nach einem passendes Haus gesucht. Wir haben oft aus Verzweiflung überlegt aufs Dort zu gehen, aber wir hätten uns da nicht wohl gefühlt. Jetzt sind wir super happy, dass wir in der Stadt geblieben sind 🙂 Auch für die Kinder ist es super: es gibt viele Freizeitangebote, man kann überall mit dem Rad hin, weiterführende Schulen… Ich musste in meiner Schulzeit pendeln und war teilweise 1,5 Stunden unterwegs – für 15km… Ein Albtraum ! Ich drücke Euch alle Daumen, dass Ihr was Tolles findet 🙂

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