wmdedgT*, mein Kind?

Als meine Kinder noch in der Krippe waren, war ich immer umfangreich informiert, was die beiden den Tag über gespielt, erlebt und gegessen haben. Die Bezugserzieherin erzählte mir regelmäßig beim Bringen oder Abholen, welche Fortschritte sie machten und welche Probleme sie hatten. Sie hat mir teilweise sogar Fotos gezeigt und am Ende eines Jahres sogar eine Foto-CD geschenkt. An der Wand hing eine Tafel, auf der stand, was es zum Frühstück und zum Mittagessen gab und wer was und wie viel gegessen hat. Ich war informiert, von wann bis wann der Mittagsschlaf war und wie das mit dem Windelinhalt so war…

Jetzt im Kindergarten fühle bin ich irgendwie planlos was die Erlebnisse, Erfolge und Schwierigkeiten der Kinder angeht. Ich bekomme kaum noch mit, was meine Kinder im Kindergarten so machen. Und immerhin verbringen sie ja einige Stunden, wenn nicht sogar den Großteil des Tages dort.

Jetzt könnte man meinen, die Kleinen können es einem ja selbst erzählen. Aber: weit gefehlt! Gerade zu Beginn der Kindergartenzeit können sie noch gar nicht so gut erzählen. Und später:

„Und, was habt ihr heute im Kindergarten so gemacht?“

„Gespielt.“

„Was habt ihr denn gespielt?“

„Weiß ich nicht mehr.“

Wie?!?! Du warst doch gerade noch da! Und schon vergessen? Frühkindliche Demenz? Muss ich mir Sorgen machen?

Nö. Sie haben einfach keine Lust zu erzählen, was sie den ganzen Tag so getrieben haben. Sie wissen es ja. Ist für sie nicht mehr von Interesse…
Meine Kinder zumindest erzählen von sich aus erzählen nur einen Bruchteil ihrer Erlebnisse, wenn überhaupt. Und dann auch nur so mäßig interessante Dinge wie:

„Der Justin hat wieder gehauen. Dann hat die Erzieherin geschimpft.“

„Und? Haust du auch manchmal?“

„Hm…“

Ende des Gesprächs. Kind schon wieder in den Garten entschwunden.
Ganz selten berichten sie schon mal ausführlicher. Aber auch nur dann, wenn es das Kind für berichtenswert hält.

Wie also kommt man an diese Informationen?

Die Erzieher/innen haben meist nicht die Möglichkeit so umfangreich zu informieren wie in der Krippe, denn der Betreuungsschlüssel ist ja ein ganz anderer. Und meistens fehlt es ganz einfach an der Zeit. Zu den Bringzeiten bin ich meist in Eile, um nicht zu spät ins Büro zu kommen und beim Abholen werden ja – anders als in der Krippe – alle Kinder gleichzeitig abgeholt. Hier bleibt also auch nur wenig Raum für ein Gespräch mit den Erziehern. Und wenn, dann ist es schlicht zu laut und die Kinder ziehen schon an meinem Arm…

In den (bei uns) einmal im Jahr stattfindenden Elterngesprächen werden wir umfassend informiert. Aber was passiert in den Monaten dazwischen?

Welche Freunde hat mein Kind? Welche Rolle spielt es – eher Anführer oder Mitläufer? Welche Meilensteine erreicht mein Kind? Welche Schwierigkeiten hat es?

Ich finde diese Informationen sehr interessant, denn sie zeigen doch so viele Seiten an meinem Kind, die ich zu Hause nie sehen würde! Und insbesondere wenn mein Kind Schwierigkeiten hat, möchte ich das gerne wissen. Wenn ich darüber informiert bin, kann ich zu Hause darauf eingehen und mein Kind entsprechend unterstützen.

Aber welche Möglichkeiten gibt es noch, mehr darüber zu erfahren, was unsere Kinder in diesen Stunden machen, die sie in der Kita verbringen? Hier ein paar Tipps:

  • In einigen Einrichtungen gibt es die Möglichkeit, als Eltern einen Tag zu hospitieren. Das bedeutet, dass man einen Tag im Kindergarten verbringt, quasi als stiller Beobachter.
  • Eine weitere Möglichkeit ist, den Erziehern eine Kamera zu geben und sie zu bitten, den Tag über Bilder von seinem Kind zu machen. So bekommt man eine Art Foto-Tagebuch eines Kindergartentages.
  • Neben den Jahresgesprächen kann man die Erzieher auch um kurze Update-Gespräche bitten. So erfährt man ausführlicher, was das Kind so tut, als in den Tür-und-Angel-Gesprächen.
  • Oder man nimmt sich ganz bewusst Zeit, mit seinem Kind über seine Zeit im Kindergarten zu sprechen. Hierfür muss man natürlich den richtigen Moment abpassen. Wenn das Kind erschöpft beim Mittagessen sitzt, ist es wahrscheinlich nicht besonders mitteilsam.

Auf Brigitte Mom findet ihr noch weitere Tipps: 10 Fragen an dein Kind, die besser sind als „Wie war dein Tag?“

Demnächst kommt mein Großer in die Schule. Dann kann ich nicht mal aufs Schulgelände, wenn ich ihn mal bringe oder abhole. Ich bin schon gespannt, wie viel ich dann so über seinen Tag erfahren werde…

Wer kann mir über seine Erfahrungen mit Schulkindern berichten?

 

 

 

 

 

 

*wmdedgT = was machst du eigentlich den ganzen Tag

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