Bin ich eine Babymama?

In meinem Freundeskreis sind gerade wieder einige Babys frisch geschlüpft. Und unweigerlich stelle ich mir jedes Mal wieder die #Babyfrage: Wie wäre es, wenn wir auch nochmal Nachwuchs bekommen?

Und jedes Mal antworte ich eindeutig: Nein!

Wir vier sind komplett. Wir brauchen kein kleines Würmchen mehr, das meine volle Aufmerksamkeit erfordert. Ich mache drei Kreuze für jeden weiterer Meilenstein, der geschafft ist. Mit dem die Kinder selbstständiger werden und mir mehr Freiraum verschaffen oder wir weniger Krempel mit uns rumschleppen müssen:

Selbst greifen -> selbst umdrehen -> selbst Fläschchen halten -> Kind schläft im eigenen Bett -> Brei essen -> Abstillen -> feste Nahrung -> Krabbeln lernen -> Sitzen lernen -> durchschlafen (zumindest phasenweise) -> selbst essen -> Laufen lernen -> kein Manduca mehr -> keine Gläschen mehr -> Krippenkind -> nur noch ein Tagesschläfchen -> kein Maxi Cosi mehr -> keine Fläschchen mehr -> Kind isst am Familientisch mit -> Kind kann sagen, was es möchte oder was weh tut -> keine Windeln mehr -> kein Töpfchen mehr -> kein Schnuller mehr -> Kind kann sich alleine anziehen -> kein Kinderwagen mehr -> Kind kann Laufrad / Roller / Fahrrad fahren -> kein Buggy mehr -> Kindergarten -> kein Mittagsschlaf mehr -> Kind kann sich alleine anschnallen -> alleine Pipi machen -> man kann sich mit dem Kind unterhalten ->Kind kann für kurze Zeit allein zu Hause bleiben -> Kind kann alleine raus zu Freunden…

Ich habe sicher viele Meilensteine vergessen, aber jeder einzelne hat mir mein Leben erleichtert. Über jeden Meilenstein habe ich mich gefreut. Manchmal auch erst hinterher, denn oft passieren diese Fortschritte unbemerkt im Alltag und irgendwann stellt man fest, dass sich das Kind wieder einen Schritt weiterentwickelt hat.

Jetzt wieder alles von vorne anfangen?

Einige ältere erfahrene Mütter haben mir prophezeit, dass mich irgendwann der Wunsch nach einen Baby doch wieder überkommt und es vermutlich nochmal einen Nachzügler geben wird. Aber bis jetzt ist dieser Wunsch in mir noch nicht aufgetaucht.

Meine beiden sind jetzt fast 5 und 6 1/2 Jahre alt. Und ich genieße die Dinge, die ich jetzt mit ihnen machen und erleben kann, die ich früher noch nicht machen konnte, weil sie dafür noch zu klein waren.

Und ich genieße die Freiheiten, die auch ich nun wieder habe. Mal ein Wochenende ohne Kinder weg fahren, nicht ständig schauen zu müssen, ob sie was gefährliches anstellen, dass sie sich auch mal alleine beschäftigen können…

Wir haben unsere Kinder auch bewusst relativ kurz hintereinander bekommen. Zum einen, damit die beiden gute Spielkameraden werden und etwas mit sich anfangen können. Zum anderen, damit wir den „Babykram“ schneller hinter uns haben. Das mag sich komisch anhören. Warum bekommt man denn ein Baby, wenn man keinen „Babykram“ mag? Einerseits weiß man ja vorher noch nicht, ob einem das Leben mit Baby liegt oder nicht. Andererseits habe ich die Zeit trotzdem genossen, denn süß sind sie ja schon! Und die Erfahrung einer Geburt, das Gefühl das eigene Kind im Arm zu halten, es zu riechen und zu bestaunen, das Wunder des Stillens und die Nähe… das sind Erfahrungen, die ich auf keinen Fall missen möchte! Ich erinnere mich daran zurück und es waren schöne Zeiten. Aber für mich ist es jetzt gut, dass sie vorbei sind.

Auf die Frage, ob ich  eine Babymama bin oder eher eine Mama für größere Kinder? Bevor ich wusste, wie es ist, eine Kleinkind-Mama zu sein, war ist sicherlich Babymama – in der Erwartung, dass es einfacher wird. Heute bin ich keine Baby-Mama mehr. Ich finde meine größeren Kinder klasse! Und ich bin schon gespannt, wie es sein wird, eine Schulkind- oder Teenager-Mama zu sein.

Vor einem Moment habe ich aber dennoch etwas Bammel:
Eine Freundin sagte mir einmal: „Eines Tages wachst du auch, und sie sind nicht mehr süß…“
Hoffentlich dauert dieser Tag noch eine Weile, denn noch sind sie es :o)
Dieser Beitrag entstand durch die Inspiration der Blogparade von Elternhandbuch.de. Vielen Dank liebe Nicole für dieses interessante Thema!

 

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6 Kommentare zu „Bin ich eine Babymama?

  1. Hmm, also ich bin da noch nicht so sicher, was mir wiederum sagt, dass die Antwort „JA, ich will“ (mehr von Gebrüll, Nicht-Schlaf, Stillenmist, Gläschennerv, Packeseldasein usw. usw.) ist 😀 Schön, Deine klaren Gedanken zu lesen. Ich bekomme ganz offensichtlich den Hals nicht voll genug. Jetzt aber erstmal abwarten, Füße still halten und Tee trinken (und ganz unsexy i.m.m.e.r verhüten :-D).

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    1. Ich finde es klasse, wenn sich Familien für weitere Kinder entscheiden. Großfamilien sind toll, vor allem für die Geschwister.
      Muss ja letztlich jeder für sich selbst entscheiden… Ich bin froh, dass ich heute diese Frage ganz eindeutig beantworten kann.
      Dann bin ich ja gespannt, wann bei euch aus dem i.m.m.e.r ein n.i.c.h.t m.e.h.r wird ;o)

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