Wenn Kinder Angst haben…

Das Wetter war wirklich schön heute Nachmittag. Und der ursprüngliche Plan war, den Tag im Garten zu verbringen, in der Sonne zu sitzen, Eiskaffee zu trinken und die Kinder spielen mit ihren Freunden und alles ist super! Die Mama kann nebenher noch etwas Wäsche waschen und vielleicht sogar etwas für den Blog schreiben. So der Plan.

Aber ziemlich schnell war klar, dass die Kids heute nervig drauf sind und sich gelangweilt gegenseitig ärgern. Da hilft nur, etwas zu unternehmen. Bloß wohin? Auf Spielplatz hatten sie keine Lust, Eis gab es schon zum Nachtisch, also fiel auch die Eisdiele aus… Im Wildpark waren wir schon lange nicht mehr! Dort ist es auch schattig und es gibt viel zu sehen und einen Spielplatz gibt es davor auch noch. Also Vesper packen und los.

Im Auto lief noch alles nach Plan. Die Kinder wollten wissen, ob es dort auch Schweine gibt und Pferde. Die Stimmung war gut. An der Kasse haben wir noch einen Beutel Tierfutter gekauft..

Dann geht es durch das erste Tor. Hier kann man kleine Äffchen beobachten und Kängurus. Der Weg war frei. Aber als wir uns dem zweiten Tor näherten, hinter dem man dann auch die freilaufenden Ziegen füttern darf, kippte die Stimmung. Gleich hinter dem Tor war eine Familie zu sehen, die gerade Ziegen fütterte. Eine Ziege sprang am Vater der Familie hoch, um an das Futter zu kommen. Insgesamt waren es bestimmt 15 Tiere.

Ich merkte, wie meine Kinder ängstlich wurden. Also fütterten wir die Tiere erstmal nur durch das Gitter des Tores. Weiter wollten sie erstmal nicht. Um ihnen zu zeigen, dass die Tiere nichts tun, ging ich durch das Tor und fütterte die Tiere dort weiter. Ein bisschen rabiat ging es dort schon zu. Die großen Tiere haben die kleinen immer wieder weggeschubst.

Meine beiden wollten partout nicht rein. Ich habe versucht, sie zu überreden. Habe die Tiere mit Futter in eine andere Ecke gelockt… keine Chance. Ich habe angeboten, dass ich meine Tochter auf den Arm nehme. Aber die Angst war ihr ins Gesicht geschrieben. Sie war nicht zum weitergehen zu überreden.

Also, gut. Dann war unser Wildparkbesuch hiermit also vorbei. Ich möchte die Kinder ja zu nichts zwingen. Schon gar nicht, wenn sie Angst davor haben.

Also ging ich durch das Tor wieder zurück und dabei hat sich eine größere Ziege irgendwie mit durchgemogelt. Panische Schreie waren das Ergebnis. Beide hatten solche Angst! Ich glaube, ich habe das bei den beiden in dieser Form noch nicht erlebt. Sofort nahm ich meine Tochter auf den Arm. Sie klammerte sich an mich und wäre am liebsten immer höher geklettert. Mein Sohn lief einfach weg. In diesem Moment wollte ich meine Kinder nur noch aus dieser Situation raus bringen. Auf „ungefährliches“ Terrain.

Zum Glück ist diese Ziege nicht noch hinter uns hergelaufen!

Als wir wieder draußen waren, hatte ich ein zitterndes Bündel auf dem Arm, dass ich erstmal lange trösten musste. Auf dem Spielplatz konnte ich die beiden dann wieder ganz gut ablenken. Bald hatten sie sich wieder beruhigt.

Hätte ich gewusst, dass sie solche Angst vor den Tieren haben, wäre ich gar nicht erst zum Wildpark gefahren. Das letzte Mal, als wir dort waren, waren sie noch viel kleiner. Da war alles kein Problem gewesen. Offenbar verändern sich die Ängste der Kinder im Laufe der Zeit, oder sie erkennen für sie gefährliche Situationen noch nicht wenn sie kleiner sind.

Mir ist es wichtig, die Ängste der Kinder ernst zu nehmen. Auch wenn aus Sicht eines Erwachsenen in dieser Situation keine Gefahr bestand. Aus Kindersicht war die Gefahr greifbar nahe. Ich bin zwar kein Psychologe, aber diese Situation war definitiv nicht gut.

Natürlich wäre ich gerne mit den beiden noch zu den anderen Tieren gegangen, aber die Angst in den Augen meiner Kinder hatte mir gesagt, dass ich ihnen das nicht zumuten darf. So sind wir also – nach einem ausgiebigen Spielplatzbesuch – wieder nach Hause gefahren und hatten dann doch noch einen schönen, gemütlichen Abend im Garten.

So schnell werden wir wohl erstmal nicht wieder in den Wildpark gehen…

Rückblickend habe ich mir natürlich noch Gedanken über die Situation gemacht und ich bin mir sicher, dass dieser kurze Moment der Angst bei meinen Kindern keinen bleibenden Schaden hinterlassen hat. Aber wie mag es wohl Kindern ergehen, die regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum so große Angst haben? Sei es durch häusliche Gewalt, sei es durch Krieg und Vertreibung… heute habe ich nur einen kleinen Schimmer davon bekommen, was Ängste in Kinderseelen bewirken können.

Sorgen wir also dafür, dass zumindest unsere Kinder so wenig Angst wie möglich haben müssen und passen gut auf sie auf!

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