Gesunde Kinderernährung? Einfach mal locker bleiben…

Ich habe mit der Tatsache zu kämpfen, dass meine beiden Kinder völlig verschiedene Geschmacksvorlieben haben – Süßkram mal ausgenommen. Aber die Schnittmenge der Gerichte, die beide mögen, ist denkbar klein. Um also beide halbwegs ausgewogen und gesund zu ernähren, wäre unser Speiseplan … sagen wir mal … sehr übersichtlich.

Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, es einfach nie allen recht machen zu können. Irgendeiner mäkelt immer. Besonders mein Sohn, der am liebsten immer Reis mit Soße oder Spätzle mit Soße isst.
Definitiv nicht auf seinem Speiseplan stehen Kartoffeln, Pommes (!), Nudeln (meistens), gekochtes Gemüse jeglicher Art, rohes Gemüse (außer Gurken und Oliven, aber auch nur manchmal), Obst (außer Melone und Himbeeren, aber auch nur manchmal), sämtliche Brotaufstriche (außer Nutella), Käse, Wurst (außer Salami)…

Sagt mir bitte mal jemand, wie ich bei dieser Speisen-No-Go-Liste Vitamine in den Kerl reinbekomme…?

Lange Zeit habe ich mir ernsthafte Sorgen gemacht, dass mein Sohn nicht gedeihen würde. Mit der Zeit habe ich aber festgestellt, dass er wider erwarten wächst, zunimmt, aktiv ist, schlau ist und selten krank wird. Irgendwie scheint er die empfohlene Tagesdosis an Nährstoffen nicht zu benötigen, um sich trotzdem prächtig zu entwickeln.

Dank dieser Erkenntnis bin ich deutlich entspannter, was die Ernährung meiner Kinder betrifft.

Trotzdem versuche ich natürlich, das Geschmacksspektrum der Kinder zu erweitern und immer mal wieder neue Dinge auf den Tisch zu bringen. Und ich mogel auch immer mal wieder gesunde Sachen ins Essen, deklariere Gerichte wie vitaminreiche Smoothies als „hippe“ Eisshakes (indem ich gefrorene Himbeeren dazu tue) und versuche auch so weiterhin die Kinder dazu zu bringen, sich tendenziell gesünder zu ernähren.

Hier sind ein paar Tricks und Kniffe, die ich ausprobiere – mit mal mehr und mal weniger Erfolg:

  • Wie oben beschrieben mache ich den Kindern im Sommer immer mal wieder Eisshakes. Das sind einfach Smoothies mit z.B. Melone, Birne, Mango, Beeren etc. in die ich gefrorene Früchte oder Eiswürfel mische. Alternativ auch mal mit Vanilleeis.
  • Zum Snacken stelle ich gerne mal Nüsse, Rosinen oder Bananenchips hin. Die haben zwar eine hohe Energiedichte und auch viel Zucker, aber eben auch Nährstoffe.
  • In Soßen zu Nudeln oder Reis koche ich Gemüse, das anschließend mit dem Pürierstab einfach unkenntlich gemacht wird.
  • Obst oder Gemüse aufgespießt sieht manchmal interessanter aus als einfach auf einen Teller gelegt.
  • Schoko-Früchte-Fondue: diese kleinen Schokodrops, die man für Schokofondue kaufen kann, kann man auch in Eierbechermengen flüssig machen. Mit klein geschnittenem Obst gedippt, ist das zumindest eine Vitaminquelle und macht den Kindern riesigen Spaß.
  • Alles wird probiert, und darf bei Nicht-Schmecken auch ausgespuckt werden. Als Belohnung gibt es dann zum Nachtisch ein Extra-Gummibärchen. Ja, schlagt mich nur, aber ich finde es wichtiger, dass der neue Geschmack mal den Weg in den Mund des Kindes findet, als die Süßigkeitenmenge so klein wie möglich zu halten. Vielleicht findet sich dadurch ein neues Lebensmittel, dass die Kinder mögen.

In den letzten Jahren hatte ich unseren Speiseplan nur noch an die Kinder angepasst. Aber ganz ehrlich: mir fehlte die Vielfalt bei uns auf dem Tisch. Mittlerweile koche ich auch immer mal wieder Gerichte, die meinem Mann und mir schmecken. Auch mal pikanter gewürzt und mit Zutaten, von denen ich weiß, dass die Kids sie vermutlich nicht mögen werden. Und oft ist es dann auch so, dass sie dann die Beilagen ohne alles essen. Aber hin und wieder schmeckt ihnen auch das „Erwachsenen-Essen“.

Besonders wenn wir essen gehen, versuchen wir das klassische Schnitzel mit Pommes zu vermeiden (mein Sohn mag ja eh keine Pommes). Vielmehr bestellen wir mal neue Gerichte, die es zu Hause so nicht gibt, von denen die Kinder probieren dürfen. Und oft kam es dann vor, dass wir Eltern uns dann etwas anderes bestellt haben, weil die Kinder einfach „unser“ Essen verspeist haben. So erging es uns z.B. bei Paella beim Spanier oder bei Döner neulich am Imbiss.

Und noch etwas habe ich festgestellt: auch die geschmacklichen Vorlieben wandeln sich, teilweise genauso spontan wie die Laune der Kinder. Was ihnen eben noch geschmeckt hat, wird am nächsten Tag nicht mehr angerührt. Selten auch mal umgekehrt…
Aber das ist dann eben so.

Ich tröste mich immer mit dem Gedanken, dass ich noch keinen Erwachsenen gesehen habe, der seine Nudeln immer noch mit ohne Soße isst und der nicht hin und wieder mal zu Salat und Gemüse greift…

Gerade heute morgen hat mich mein Sohn mit der Aussage überrascht, dass Vollkornbrot doch viel gesunder sei als Toast und er deshalb sein Nutella heute mal auf das gesunde Brot schmiert. Da war ich tatsächlich baff…

Also mein Ansatz bei der gesunden Ernährung der Kinder ist: Einfach mal locker machen.
Kinder gedeihen auch, wenn sie sich nicht sklavisch gemäß der Ernährungspyramide ernähren. Irgendwann werden sie sich gesünder ernähren, auch ganz ohne Zwang oder vielleicht gerade deswegen.

 

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Haps- Die Schmakofast-Blogparade der lieben Andrea von kinderalltag.de.

Weitere interessante Beiträge findet ihr auf Das Elternhandbuch, das ebenfalls zu einer Blogparade zum Thema „Kochen für Kids“ aufgerufen hat.

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3 Kommentare zu „Gesunde Kinderernährung? Einfach mal locker bleiben…

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