Gefangen in der Konsumfalle.

In der Weihnachtszeit gerate ich – wie sicher die meisten von uns – in einen wahren Konsum-Sog. Überall um uns herum werden wir animiert zu kaufen. Fernsehwerbung, Internetbanner, Werbemails, Zeitungsbeilagen…
Klar, jeder muss Geschenke kaufen. Vor allem für die Kinder. Denn die Wunschzettel sind lang!

Aber wie viele Geschenke brauchen Kinder eigentlich? Von uns Eltern was, von Großeltern, Onkeln und Tanten, Großonkel und Großtante… Da kommt schon so einiges zusammen.

Also werden vorher Listen geschrieben, Ideen verteilt, Internet-Kaufhäuser durchsurft, Innenstädte an überfüllten Wochenende beshoppt… was für ein Stress!

Und das alles nur, damit an Heiligabend unterm Baum die Kinderaugen strahlen und es keine enttäuschten Gesichter gibt. Und das wo die Kinderzimmer eigentlich schon voll sind. Wohin dann nur mit all den neuen Spielsachen?

Also ist es dann doch wie jedes Jahr, dass ich kaufe und kaufe und kaufe… von uns, oder im Auftrag der Verwandschaft. Und wie jedes Jahr bin ich dabei zwiegespalten. Zum einen macht Schenken natürlich große Freude. Aber auf der anderen Seite habe ich ein ungutes Gefühl, wenn die Kinder so mit Materialismus überschüttet werden. Der Wert eines einzelnen Geschenks wird dabei immer geringer. Und die Wertschätzung entsprechend auch. Dabei möchte man seinen Kinder doch auch Bescheidenheit und Dankbarkeit lehren.

Kann man seinen Kindern denn zumuten, auch mit weniger Geschenken auszukommen? Befürchtet man nicht Enttäuschung und  indirekte Vorwürfe an das Christkind, dass es letztes Jahr aber mehr gebracht hat? Muss es denn jedes Jahr eine Steigerung geben?

Ich habe hierauf keine Antwort. Vielleicht fehlt mir auch der Mut hier einen Gang zurück zu schalten..

Selbst bei den Geschenken unter uns Erwachsenen ist die Disziplin in den letzten Jahren eingerissen. Denn eigentlich hatten wir uns mal darauf geeinigt, dass wir uns nichts mehr schenken. Wir haben ja alle schon alles, und können uns alles selbst kaufen. Aber irgendwie hat sich die Schenkerei klammheimlig und unabgesprochen wieder eingeschlichen. Man möchte ja schließlich nichts geschenkt bekommen, ohne nicht auch etwas „zurück zu schenken“…

Kranke Konsumwelt…

Immerhin gibt es dieses Jahr nicht nur materielle Geschenke, sondern auch Gutscheine für gemeinsame Erlebnisse. Die Erinnerungen daran halten sicher länger als die an die neueste Barbie oder den coolsten Lego-Bausatz.

Und für nächstes Jahr muss ich nochmal in mich gehen, ob ich nicht doch irgendwie aus der Konsumfalle rauskomme…

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