Ein Plan für alle Fälle

Wer kennt sie nicht, diese Phasen. Sei es das Anziehdrama, Wutanfälle, Zubettgehprobleme oder oder… In diesen Phasen reden wir uns einen Wolf, diskutieren mit den Kinder darüber, dass das von uns gewünschte Verhalten doch bitte umzusetzen sei, streiten uns wieder und wieder mit meist nur mäßigen Fortschritten.

Ich bin es manchmal so leid, jeden Morgen mit meiner Tochter zu diskutieren, welche Kleidung bei Minustemperaturen angebracht sind. Und eigentlich gibt es da auch nichts zu diskutieren. Denn mit nackten Beinen, nur mit Röckchen, geht es nicht vor die Tür. Punkt.
Madame ist natürlich anderer Meinung und protestiert lautstark mit Geheul und Gejammer.

Auch die abendlichen Dramen, die sich abspielen, weil das Kind zwar – ganz offensichtlich – müde ist, es selbst aber natürlich ganz anderer Meinung ist, sind anstrengend. Wir schaffen Rituale, erzählen Geschichten, erklären, warum es wichtig ist, am nächsten Morgen ausgeschlafen zu sein… und dennoch kommt es immer wieder vor, dass sich das Einschlafen über Stunden hinzieht und das Nervenkostüm der Eltern deutliche Risse bekommt.

Es gibt unzählige solcher Themen, die uns Eltern regelmäßig an den Rand des Wahnsinns treiben. Vor allem deshalb, weil wir lange Zeit keine Besserung der Situation erkennen und wir uns gefangen fühlen in einem Hamsterrad, in dem wir gefühlt stecken werden, bis die Kinder ausgezogen sind.

In solchen Situationen hat uns schon einige Male ein ganz einfacher Trick geholfen: Erfolge und Misserfolge zu visualisieren.

Wir haben gemeinsam einen Plan gemalt, in dem wir jeden Tag eintragen, ob das jeweilige Drama-Thema gut gelaufen ist oder weniger gut. Zum Beispiel gibt es einen fröhlichen Smiley oder ein Herzchen, wenn es morgens mit dem Anziehen gut geklappt hat und einen traurigen Smiley oder einen Punkt, wenn es nicht so gut geklappt hat. Diesen Plan hängen wir dann an einen zentralen Ort, damit jeder ihn immer anschauen kann.

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Mit diesem einfachen Plan kann das Kind sein Verhalten auf einfache Weise reflektieren und ist motiviert, möglichst viele fröhliche Smileys, Herzchen oder Stempel zu sammeln. Noch besser klappt es mit der Motivation natürlich, wenn es am Ende eines fest definierten Zeitraums eine Belohnung gibt, wenn es mehr positive als negative Tage gab. Sei es ein heiß ersehntes Spielzeug oder ein tolles gemeinsames Erlebnis.

Ich habe festgestellt, dass sich mit Hilfe eines solchen Plans eine unmittelbare Besserung der Situation einstellt. Vielleicht weil es eine Abwechslung ist zu den sonst immer wiederkehrenden verbalen Disputen und Androhungen. Oder weil das Kind sofort selbst erkennen kann, wie es gerade so läuft und sich freut, wenn es sich ein Herzchen malen darf. Und es freut sich, wenn sich Mama und Papa auch darüber freuen.

Es wird also belohnt, wenn es eine Situation gut gemeistert hat. Denn allzu oft vergessen wir ja diese positiven Momente zu loben, sondern tadeln immer nur, wenn etwas schlecht läuft. Solch positive Erlebnisse motivieren.

Ich bin kein Psychologe und gebe hier auch nur meine eigenen Erfahrungen weiter. Aber vielleicht kann es ja dem ein oder anderen von euch helfen, in einer schwierigen Phase schneller Erfolge zu erzielen.

Mich würde interessieren, ob ihr solche Motivationspläne auch schon mal versucht habt und wie eure Erfahrungen damit waren. Schreibt mir doch einfach einen Kommentar.

 

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